Das Ende eines Desasters

Seit gestern ist es offiziell, dass neben Anne Haug noch Laura Lindemann nach Rio fahren darf.
Ich möchte mir auch nicht weiter den Kopf über das ganze Dilemma zerbrechen.
Die Entscheidung wurde unglücklicherweise nach der Klage so getroffen, dies gilt es nun zu akzeptieren!
Für mich heißt es, nach vorne schauen und neue Ziele festlegen.

Bis Freitag bin ich noch im Höhentrainingslager in St Moritz. Am Sonntag steht dann das Triathlon Bundesliga Finale in Tübingen an.

Anfang August werde ich noch ins Trainingslager nach Mallorca fliegen. Hier findet die letzte Vorbereitung für Anne für Rio statt und ich werde sie bis zum Abflug unterstützen.
Denn eins ist gewiss, im Team wird man stärker nicht als Egoist!

Wiesbaden ist das neue Rio
Mitte August folgt für mich eine neue Herausforderung, ich werde am 14.8. bei der 70.3 EM in Wiesbaden an den Start gehen. Meine Prämiere auf dem Zeitfahrrad und auf unbekannter Strecke. Ich bin gespannt, die Schwimmform passt, auf dem Rad habe ich sehr gut trainiert und das Laufen wird vermehrt wieder im Trainingsplan eingebaut.

Viele Grüße aus den Bergen
Anja

Aus und vorbei

Auch einen Tag nach der Entscheidung des DOSB kann ich immer noch nicht glauben was gestern passiert ist – ein ganz schwarzer Tag für den deutschen olympischen
Triathlonsport!
Ich bin traurig und sehr enttäuscht.
Es wird Zeit mal etwas „Licht ins Dunkle“ zu bringen
Hier finde ich den Eintrag von Julia Seibt (Landestrainerin BAWÜ) sehr passend
geschrieben.

„Vielleicht war die Nominierung der DTU von Anja Laura, Steffen und Gregor nicht für alle nachvollziehbar, aber es war eine Entscheidung der DTU Für den Triathlon, trotz nicht erreichter Normen.
Laura aus perspektivischen Gründen, Gregor und Steffen auf Grund ihrer Leistungen oder vielleicht auch aus Dankbarkeit dafür was sie für unseren schönen Sport in den letzten Jahren in Deutschland getan haben. Anja als Helferin für Anne (oder vielleicht auch nur als psychologische Stütze), auch wenn viele nicht glauben, dass es funktioniert hätte, wir werden es leider nie erfahren.
Ich finde es traurig für alle Athleten (und deren Trainer), die jahrelang viel Energie und Zeit in ein Ziel investiert haben, das sie jetzt vielleicht nie mehr erreichen können. Und alles nur, weil für manche Personen Teamgedanke und Zusammenhalt nicht zählen sondern Egoismus im Vordergrund steht.
Wir sind schon lange in einer Zeit angekommen, in der Triathlon keine Einzelsportart mehr ist, sondern immer mehr von Teamtaktik geprägt – Ein Versuch wäre es Wert gewesen!
Ich wünsche der DTU viel Glück auf dem Weg zu neuer Stärke, auch wenn die Entscheidung des DOSB gestern ein Rückschlag war!
Und auch wenn ich nach dieser Saison vorerst nicht mehr im Nachwuchsleistungssport in Triathlondeutschland tätig sein werde wünsche ich meinen Athleten und auch dem Nachwuchs aus ganz Deutschland eine Zukunft in der DTU mit vielen Erfolgserlebnissen und mit Chancen auf eine Olympiateilnahme!
Aber jetzt erstmal viel Erfolg an Anne Haug! Ich wünsche dir für den 20.08. die beste Schwimmperformance deines Lebens, richtig gute Beine und die letzte Konsequenz und Biss beim Laufen!

Diesem Statement ist fast nichts mehr hinzuzufügen.

In einer gewissen Weise kann ich die Entscheidung vom DOSB nachvollziehen.
Nach der erfolgreichen Klage von Rebecca Robisch gegen ihre Nichtnominierung gab es keinen Ausweg mehr. Eine Nominierung egal ob Mädels oder Jungs hätten weitere Klagen zu Folge gehabt.
Fakt ist, wir Sportler hatten 3x die Chance uns sportlich zu qualifizieren – diese haben wir leider nicht genutzt/ geschafft.
Einzig Anne Haug hat dies erreicht. In der Vereinbarung nach London wurde festgehalten, dass eine Teamtaktik zum Tragen kommen kann.
Dass nun eine Person Klage (im Schiedsgericht, u.a arbeitet dort die ehemalige DTU- Präsidentin Frau Wisser) einreicht, zeigt nicht gerade von Teamfähigkeit und Stärke. Einen Einblick in das ganze gibt auch ein Blogeintrag auf Trimag.de

Ich habe schon 2013 in London mein Rennen hintenangestellt um Anne nach einem missglückten Schwimmen eine Medaille zu retten.
Und auch für Rio hatte ich bis dato alles dafür investiert, meine Laufkilometer wurden bis auf ein Minimum (20km pro Woche) reduziert und der Schwerpunkt auf das Radfahren gelegt. Ich kann euch sagen das waren bis dato meine härtesten und längsten Radwochen.

Das ganze muss jetzt erst einmal verdaut werden. Aber eins kann ich sagen „aufgeben werde ich nicht auch wenn mein Traum von Olympia erst mal zu Ende ist, geht es weiter“.
Meine neue Planung ist im Gange, sobald es konkret ist gebe ich es hier bekannt.

Bis bald
eure Anja

Halbzeit in St. Moritz

Seit gut 2,5 Wochen bin ich nun schon im Höhentrainingslager.
Das Training ist in vollem Gang. Den heutigen Entlastungstag haben wir auf 3000m Höhe verbracht.
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Viel mehr als von trainieren, essen und regenerieren ist nicht zu berichten,
der ganze Fokus liegt auf der Olympiavorbereitung.
In diesem Sinne weiter geht’s!
eure Anja

Trainingslager St. Moritz/ Olympia Nominierungsvorschlag

Seit Donnerstag befinde ich mich im Höhentrainingslager in St Moritz.
Momentan läuft noch die Höhenanpassung und Eingewöhnungsphase.

Gestern Abend hat mich dann der Nominierungsvorschlag der Deutschen Triathlon Union erreicht und ziemlich sprachlos und zugleich überglücklich gemacht.
Die DTU schlägt mich dem Deutschen Olympischen Sportbund zur Nominierung für Rio 2016 vor.
Zusammen mit Laura Lindemann werde ich mein bestmögliches geben um Anne Haug während des Rennens auf Medaillenkurs zu bringen.
Darauf liegt nun mein ganzer Fokus hier im Trainingslager.

Die Endgültige Entscheidung trifft der DOSB am 12.7

Vielen Dank an alle die mir die Daumen gedrückt und unterstüzt haben.

Eure
Anja

Rennbericht Leeds

@ Joseph Kleindl

@ Joseph Kleindl


Neben der grandiosen Stimmung war das gestrige Rennen vom ersten bis zum letzten Meter für meinen jetzigen Leistungstand der absolute Anschlag.
Mein schwimmen war leider nicht gut genug um es in die erste Gruppe zu schaffen. Allerdings muss man sagen, dass das Schwimmniveau der ersten drei Mädels um Lucy Hall und Flora Duffy der Wahnsinn war.
Meine Bedenken im Hinblick auf die kurze Zeit um in die Radschuhe zu schlüpfen waren im Nachhinein unbegründet, es gelang mir doch recht schnell. Auf dem Rad nahm sofort Andrea Hewitt das Zepter in die Hand und drückte mächtig auf die Pedale. Die Strecke bot kaum Möglichkeiten um sich zu erholen. Die sieben Runden in der City von Leeds hatten es wirklich in sich – wellig, schnell und technisch sehr anspruchsvoll. Dennoch hielt ich mich stets vorne in der Gruppe auf und leistete das ein oder andere Mal Tempoarbeit.
Mit einem schnellen zweiten Wechsel konnte ich mich zwar anfangs vorne einsortieren allerdings für nicht lange. Es fehlen einfach noch die harten Laufeinheiten um „vorne“ mit dran bleiben zu können.
Am Ende ist es ein 24ter Platz geworden.

Jetzt heißt es vom Rennen erholen und dann motiviert in die nächste Trainingsphase zu starten.

Eure Anja

Raceday in Leeds

Morgen ist es so weit, die WTS macht zum ersten mal Station in Leeds.
Nach heutigem Streckencheck kann es losgehen.
Neben britischem Wetter, ist auch die Strecke nicht „ohne“. Direkt nach dem ersten Wechsel bleibt nur wenig Zeit (20m) um in die Schuhe vor dem ersten Berg zu schlüpfen. Mit einem Zubringer von 15km geht es anschließend zum Stadtkurs welcher mit ein paar Höhenmetern und vielen kurven gespickt ist.

Die Startliste ist zwar etwas dünner bestückt also sonst (nur 33Mädels), dafür ist es sehr hochwertig besetzt. Die Britinnen stellen fast Ihr komplettes Team und auch die Gesamtführende Flora Duffy sowie die amtierende Weltmeisterin Gwen Jorgensen stehen an der Linie.

Ich bin gespannt was auf mich zu kommt und freue mich gesund an der Startline zu stehen.
Verfolgen könnt Ihr das Rennen wie immer auf Triathlon.org. Racetime ist um 14Uhr.
Drückt mir die Daumen.

Eure Anja

Bundesliga Kraichgau

Zurück im Wettkampfmodus.
Auch wenn das Rennen mit vielen kleinen Fehlern von statten ging, so kann ich doch einigermaßen mit Platz 14 zufrieden sein.
Pünktlich zum Start setze Regen ein und wurde beim Rad fahren nicht gerade weniger.
Mein Schwimmen war leider nicht gut. Die ersten 300m kam ich einfach nicht „in die Gänge“ und war mitten in der Prügelei. Erst nach und nach konnte ich mich frei schwimmen und führte die Verfolgergruppe mit ca 15sec Rückstand auf die Spitze aus dem Wasser. Nebenbei gesagt, hatte ich auch schon bessere Swim/Radwechsel. 🙁
Beim Rad fahren habe ich viel und hart gearbeitet um die Spitzengruppe einzufangen- was auch eingangs der dritten Runde von vier geklappt hat.
Danach ließ ich nicht locker und machte weiter Tempo.
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Der zweite Wechsel war katastrophal und darf mir eigentlich nicht passieren. Ich rannte an meinem Wechselplatz vorbei und merkte es leider viel zu spät- der Rückweg mit den entgegenkommenden Mädels ist alles andere als optimal (für beide Seiten- sorry). Mit größerem Rückstand ging es dann auf die Laufstrecke. Zu Beginn noch sehr mühsam aber ab km2 kam ich dann immer besser in Schwung und so sammelte ich noch ein paar Mädels ein. Platz 14 im Einzel und mit dem Stadtwerke Team Witten auf Platz 5.

Bis auf die kleinen Missgeschicke bin ich wieder zurück und mein Körper ist nach der längeren Krankheit belastbar.
Next Station WTS Rennen in Leeds kommenden Sonntag

Viele Grüße
Eure Anja

Training im vollen Gange

Nach der Rückkehr von Yokohama war zunächst nochmals ein Arztcheck angesagt und auch das Training verlief noch ruhig.
Ende der Woche gab es dann endlich grünes Licht und seitdem bin ich wieder in einem gutenTrainingsalltag angekommen. 🙂
Und auch meine weitere Saisonplanung hat wieder Form angenommen.
So werde ich am 4.6 beim Bundesliga Rennen im Kraichgau starten und eine Woche später beim WCS Rennen in Leeds. Anschließend geht es für längere Zeit nach St. Moritz ins Höhentrainingslager.

Auf bald und Viele Grüße
Eure Anja

Ps: weiterhin offen ist die Entscheidung welche Athletin neben Anne Haug nach Rio fahren wird, eine endgültige Entscheidung fällt der DOSB erst am 12.7.

Mehr war nicht drin

Alles gegeben und am Ende froh, überhaupt gefinisht zu haben.
Das Ergebnis beim Olympiaquali Rennen in Yokohama ist natürlich alles andere als super und spiegelt definitiv nicht die Leistung wieder, die ich mir über den Winter antrainiert habe. Aber am Ende kann ich nichts daran ändern, sodass „nur“ ein 50 Platz zu buche steht.
Das Schwimmen im 21 Grad warmen Meer lief überraschend gut, ich kam als erste Deutsche nur knapp hinter den ersten Mädels aus dem Wasser. Beim Radfahren bildete sich schnell eine 40 köpfige Gruppe die bis zum 2ten Wechsel auch Bestand haben sollte. Kontrolliert fuhr ich im Feld mit und versuchte mich aufs laufen vorzubereiten. Nach dem Wechsel spürte ich, dass es ein langer/ zäher Lauf werden sollte (dies war mir und auch dem Trainier aber schon vor dem Rennen klar!). Am Ende war es reine Willensstärke ins Ziel zu kommen. Ich habe trotz schlechten Voraussetzungen alles gegeben und kann mir nichts vorwerfen ich habe es zumindest versucht!
Als nächstes steht für mich eine Komplettgenesung auf dem Plan. Die weitere Planung ist somit noch offen.
Da auch keine andere deutsche die Olympiaquali (Top 8) erreicht hat, liegt es nun am Verband/ DOSB eine Entscheidung bzgl. einer Teilnahme an den Olympischen Spielen zu entscheiden.

Vielen Dank an meine Familie, Trainer (Erich, Dan), Physio Team, Sponsoren und Freunde, die mir die letzten Jahre die Treue gehalten haben und mich auf meinem Weg begleitet haben. Ich werde Euch auf dem Laufenden halten, wie es weiter gehen wird. Die Tür für Rio ist noch nicht verschlossen…
Ergebnisse

Bleibt gesund!
Euere Anja

Die letzte Vorbereitung ist abgeschlossen…

und das Material bereit.

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Morgen ist es soweit, beim WTS Rennen in Yokohama wird um die letzten zwei verfügbaren Olympiastartplätze bei den Damen gekämpft.
Auch wenn meine Vorbereitung alles andere als rund lief, bin ich am Start und werde mein bestmögliches abrufen und nicht kampflos aufgeben.

In diesem Sinne, verfolgt das Rennen live unter triathlonlive.tv. Gestartet wird um 3Uhr am Samstag früh.

Volle Kraft voraus
eure Anja