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Meistens kommt es anders als erwartet…

Nach einer etwas längeren Pause möchte ich euch gerne wieder abholen und von den letzten Wochen seit meinem Höhenaufenthalt in der Sierra Nevada berichten. Leider waren es Wochen die für mich sportlich nicht einfach waren.

Direkt aus der Sierra Nevada angereist, stand für mich das Weltcup-Rennen in Madrid auf dem Plan. Mit dem Verlauf bin ich durchaus zufrieden. Nach sehr gutem Schwimmen war ich Teil einer 11-köpfigen Spitzengruppe. Auf dem anspruchsvollen Radkurs konnten wir einen Vorsprung von ca. 30 Sekunden gegenüber dem Verfolgerfeld herausfahren. Beim abschließenden Lauf musste ich dann den Anstrengungen der letzten Tage etwas Tribut zollen und hatte mit festen Beinen zu kämpfen. Dennoch konnte ich mich im Zielsprint um Platz 13 behaupten und damit wieder wichtige Punkte fürs ITU-Ranking sammeln. Vor allem aber war wichtig festzustellen, dass ich gegenüber der Konkurrenz wettbewerbsfähig und auf Augenhöhe bin. Dachte ich zumindest zu diesem Zeitpunkt.

Nach drei Wochen Höhentrainingslager und den Tagen in Madrid freute ich mich wieder auf zu Hause. Erstmal ausgiebig essen gehen stand auf dem Plan. Der Trainingsumfang wurde etwas reduziert und ich bereitete mich auf den nächsten Weltcup in Cagliari, Italien vor. Alles verlief planmäßig und auch die letzte schnelle Trainingseinheit vor dem Rennen war vielversprechend. Nicht abzusehen wie es ab jetzt weiterlaufen sollte. 

Mit einem Landstart vom Strand weg ging es in die Fluten. Heftiger Wind hatte das Meer aufgewühlt und alle hatten mit hohen Wellen und starkem Seegang zu kämpfen. Ich hatte große Mühe die Brandung zu überwinden und in mein gewohntes Schwimmen zu finden. Entsprechend kam ich im Mittelfeld aus dem Wasser. Kein Grund zur Sorge, denn auf mein Radfahren ist normalerweise Verlass. Ein schneller Wechsel, kurz antreten in die Schuhe schlüpfen und ab dafür. So die Theorie, jedoch sah die Realität ganz anders aus. Mein Antritt war kaum spürbar und ich hatte keinen Druck auf dem Pedal. Daraus resultierend fuhr ich der Spitze hinterher. Entkräftet schleppte ich mich anschließend über die Laufstrecke. Am Ende stand ein 29. Platz zu Buche und ein großes Fragezeichen.

Doch um großartig zu grübeln blieb keine Zeit. Bereits zwei Wochen später folgten die Europameisterschaften im niederländischen Weert, dieses Mal über die olympische Distanz. Das Training verlief weiterhin gut und das Rennen in Italien schien aufgearbeitet. Bis unterwegs im Rennen dann mein Körper komplett in den Streik trat.

Wiederum fühlte ich mich im Schwimmen bereits total entkräftet und hatte auch zu Beginn des Radabschnitts unerklärlicherweise stark zu kämpfen. Die Spitzengruppe musste ich wie bei Rennen zuvor ziehen lassen. Meine Beine haben Ihren Dienst komplett quittiert und mein Bauch krampfte stark. Auf der Laufstrecke ging es nur noch ums finishen. Platz 34 im Ziel wo ich direkt von den Sanitätern in Empfang genommen wurde. Eingehüllt in Wärmefolie und mit Anzeichen von Schüttelfrost und Krämpfen musste ich erkennen, dass mein Körper unter Belastung aktuell keine Leistung produzieren kann und ein gründlicher medizinischer Check notwendig werden würde.

Resultat der Ursachenforschung war, dass ich während und nach meinem Höhentrainingslager mit meinem Körper sprichwörtlich Raubbau betrieben habe und die Speicher komplett leer waren. Das schlechte Essen in der Sierra Nevada hatte ein großes Energiedefizit zur Folge, verbunden mit Gewichtsverlust und einem Rückgang von Muskelmasse. Im Training konnte ich dieses Defizit noch einigermaßen kompensiert, im Wettkampf hingegen bei der höheren Belastung nicht wirklich.

Jetzt gilt es über die nächsten Tage die Speicher wieder aufzufüllen und meinem Körper Zeit geben um sich wieder vollständig zu erholen. Zeit bleibt wie immer keine, denn die nächsten Highlights stehen an. Sehe euch Anfang Juli in Hamburg.

Eure Anja

Höhentrainingslager Sierra Nevada

Nach meinem letzten Höhenaufenthalt 2016 in St. Moritz, damals auf 1.800m über Meereshöhe, war ich nun drei Jahre später wieder im Höhentrainingslager, genauer gesagt in der Sierra Nevada, Spanien auf nun 2.320m. Gemeinsam mit Justus Nieschlag bereitete ich mich auf die kommenden Wettkämpfe vor und gleichzeitig simulierten wir ein mögliches Vorbereitungsszenario für die Olympischen Spiele in Tokio 2020.

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Rèsumè Saison 2018

Zu Beginn des neuen Jahres bietet es sich an ein Résumé zu ziehen und das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen.
Ich bin 2018 mit dem Ziel in die Saison gestartet mich wieder im internationalen Renngeschehen zu etablieren und möglichst viele Punkte für die ITU Weltrangliste zusammeln um im Hinblick auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio eine gute Ausgangsposition zu haben. Continue reading

Weltcups und Bundesligafinale

Weltcup Lausanne

Lausanne in der Schweiz war Anfang August nächste Station der Triathlon Weltcup-Serie und für mich die Gelegenheit die Wettkampstrecken des Grand Final 2019 bereits in diesem Jahr zu testen. Bei der Streckenbesichtigung wurde klar, dass die malerische Kulisse direkt am Genfer See nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die Organisatoren einen Radkurs gelegt hatten der es in sich hat und im kommenden Jahr keinen Zufallssieger beim Abschlussrennen der World Triathlon Series produzieren wird. Continue reading

Zwischen Bundesliga und WTS- Ein Rückblick

Die Saison 2018 ist in vollem Gange – auch bei mir standen zuletzt in kurzem Abstand drei herausfordernde Rennen an. Neben dem WTS-Rennen im Mixed-Team-Relay in Hamburg stand ich bei der Bundesliga in Münster und dem WTS-Rennen in Edmonton an der Startlinie. (Bringt ein bisschen Zeit mit 🙂 )

Hamburg
Bereits im März hatte ich die DTU-interne Qualifikationsnorm erfüllt, die mich dazu berechtigt, bei Rennen der World Triathlon Series an den Start zu gehen. Aufgrund fehlender Punkte im ITU-Ranking war der Start bei einem Einzelrennen bisher für mich allerdings nicht möglich.  Continue reading

Platz 25 @ ITU Triathlon World Cup Antwerpen.

Auch nach einer Nacht darüber schlafen sitzt die Enttäuschung über mein Rennen noch tief. Nach bereits durchwachsenem Schwimmen hatte ich den Anschluss nach ganz vorne verloren. Dennoch wäre mit einem schnellen Lauf auf den abschließenden 5 km eine gute Plazierung möglich gewesen. Leider hatte ich nicht die Beine hierzu.
Zeit zum Grübeln und Zweifeln bleibt nicht. In zwei Wochen finden die deutschen Meisterschaften in Düsseldorf statt – Die Chance es besser zu machen.

Update

Nachdem sich der Infekt doch etwas länger gezogen hat, war mein Saisoneinstieg das französische Liga Rennen in Valence.
Gut vorbereitet reiste ich Samstag früh bei optimalen Bedingungen an.
Für Sonntag sah der Wetterbericht allerdings eine Änderung vor. Dauerregen und 7C machten schon das Aufwärmen nicht gerade einfach.
Beim Start Line up hatte ich schon kein Gefühl mehr in den Händen und Füßen.
Ich würde alle drei Disziplinen als solide bewältigt abhaken. Ich war leider durch die Kälte nie richtig im Rennen angekommen und kämpfte mich erfroren als 12te in das Ziel. Meinen Teamkolleginnen erging es auch nicht anders, am Ende sprang “nur” ein 10 Platz heraus.
Nicht gerade einen Traumstart den ich mir erhofft hatte. Aber gut aller Anfang ist schwer. Der Körper weiß nun was in den nächsten Wochen auf ihn zukommt.

Die Vorbereitung für meinen ersten Weltcup nach Jahren ist in vollem Gange. In Italien spielt dann hoffentlich auch das Wetter mit!

In diesem Sinne
Feuer frei

Eure
Anja